Zu einem Schleifgerät gehört natürlich auch die sogenannte Schleifscheibe, denn sie ist essentiell für das Schleifen.
Die Schleifscheibe ist auch unter dem Namen Trennscheibe, Schleifer oder Schleifmittel bekannt. Schleifscheiben bestehen aus Schleifkörnern, Poren und Bindemitteln, wobei es abhängig nach Gebrauch und Zweck unterschiedlich sein kann. Am gängigsten sind hier Mineralien, Kristalle oder andere Feststoffe wie Korund, Siliziumcarbid, CBN oder Diamant.
Durch die rotierende bzw. kreisende Bewegung einer Schleifscheibe auf anderen Materialien, entsteht ein Abbau dieser Materialien und daher wird dieser Vorgang als Schleifen, Schmirgeln oder Trennen bezeichnet. Mit einem dazu benötigtem Schleifgerät werden in den meisten Fällen Holz, Glas oder Metalle geschliffen.
Ein entscheidender Faktor, dass der Schleifvorgang gelingt, ist die Stimmigkeit zwischen Schleifmaschine, Schleifscheibe und das Material, welches man hiermit bearbeiten möchte. Wenn die falsche Schleifscheibe benutzt wird, kann man davon ausgehen, dass man zum einen am Ende kein schönes Ergebnis erzielt hat, zum anderen hat man auch kaputte Schleifscheiben.
Unser Blogbeitrag hilft dir dabei, diese Folgen zu vermeiden.
Bearbeitung von Oberflächen mit der Schleifscheibe
Auch beim Schleifen mit dem Schleifgerät und einer Schleifscheibe gibt es verschiedene Bezeichnungen für verschiedene Arten eine Oberfläche zu bearbeiten. Die wichtigsten Schleifverfahren hier erklärt:
Anfasen oder Abgraten:
Mit dem Begriff Fasen wird lediglich der Vorgang beschrieben, in dem man die scharfen Kanten entfernt. Mit Hilfe von Schleifwerkzeug, Messern oder Fräse wird ein wenig Material im Winkel von ca. 45 Grad abgelöst. Dies wird häufig bei Holz angewendet.
Egalisieren:
Hier drunter versteht sich nichts Anderes als, dass bei der Bearbeitung einer Oberfläche diese geglättet wird aufgrund von Makeln wie z.B. Erhebungen im Material.
Entgraten:
Bei der mechanischen Bearbeitung von Metall entstehen häufig scharfkantige Aufwerfungen, welche Grate genannt werden. Grate können daher ein Störfaktor für die Passgenauigkeit von metallenen Werkstücken darstellen. Da sie zusätzlich durch ihre scharfen Kanten gefährlich werden können, ist hier ein Verletzungsrisiko nicht ausgeschlossen.
Längsschleifen:
Dies ist eine Variante des Außenrundschleifens, welches das am häufigsten eingesetzte Schleifverfahren in der Industrie ist. Dabei werden rotationssymmetrische Werkstücke bearbeitet.
Ausfugen oder Schruppen:
Hierbei wird mit Hilfe einer Schruppscheibe grobe Werkstücke herausgehoben. Für diese Art der Oberflächenbearbeitung verwendet man meist eine grobe und besonders stabile Schruppscheibe, welche auch hoher Belastung für einige Zeit standhält.
Walzenschleifen:
Das beschreibt die Tätigkeit eines Walzenschleifers, welches ein sehr schweres Gerät im Bereich des Schleifens ist. Er arbeitet mit sehr hoher Abreibungskraft, so dass hier mit dicklackierte oder auch raue Dielen bearbeitet werden können.
Verwendung mit leichten Metallen oder Holz
Dass man Materialien wie Holz oder Metall mit einem Schleifgerät bearbeitet weiß heutzutage jeder der etwas handwerklich unterwegs ist. Beim Schleifen spricht man gerne auch von einem Fertigungsverfahren, da man die Werkstücke meistens gegen Ende den „Schliff“ verpasst. Ausschlaggebend für das Schleifen ist zielstrebend eine Oberfläche zu schaffen, die glatt, eben und relativ makellos ist. Diese Grundlage ist entscheidend für spätere Versiegelungen des Materials.
Schleifaufsätze und Schleifscheiben mit Standardlegierungen decken bereits einen Großteil der Metallarten ab.
Unter den konventionellen Schleifwerkstoffen sind Korund sowie auch Siliziumkarbid beliebt.
Korund
Technische Daten / Funktionen:
- Besteht aus Aluminium und Sauerstoff (mit Verunreinigungen durch Metalloxidation häufig anzutreffen) Unterschiedliche Färbungen = Unterschiedliche Eigenschaften / Anwendungen
- Sehr hart
- Hat vielfältigen Nutzen in der Industrie
- Besteht aus Aluminium und Sauerstoff (mit Verunreinigungen durch Metalloxidation häufig anzutreffen)
-
Weiß: Zum Polieren und Schleifen von Stahl oder Glas
-
Rosa: Zum Form- und Profilschleifen verwendbar
-
Korund jedoch nicht für Nutzung bei sehr harten Stoffen geeignet
Siliziumkarbid
Technische Daten / Funktionen:
- Ultrahart (härter als Korund)
- Sehr hoher Schmelzpunkt
- Generell schwarz oder grün
- Chemische Zusammensetzung aus Silizium und Kohlenstoff
- In reiner Form farblos
- Schwarz: Optimal für Nutzung mit mineralischen und
keramischen Werkstoffen, rostfreiem Stahl, Nichteisenmetallen
- Grün: Ideal zum Schleifen von Marmor, Edelstein, Porzellan, Glas und Kunststein
Anwendung bei Hartmetall
Um die Auswahl einer Schleifscheibe für Hartmetall zu erleichtern, sollte man wissen, dass Hartmetalle grob in drei Gruppen unterteilt werden: Cermets, Wolframcarbid-Kobalt und die Metalle für die Bearbeitung von Stahl.
Die Wahl des richtigen Materials zum Schleifen von Hartmetall ist eingeschränkt, da nicht viele Materialien dazu geeignet sind. Die meisten Materialien erhitzen sich bei der Bearbeitung von Hartmetall zu stark und werden dabei zerstört.
Darum sollte man um hochharte Stoffe zu bearbeiten auch hochharte Schleifwerkmittel verwenden. Dazu eignen sich kubisches Bornitrid oder auch künstlich hergestellte Diamanten perfekt. Sie erreichen höhere Härtegrade wie Siliziumkarbid oder Korund und können durch niedrige Bearbeitungstemperaturen Hitzeschäden entgehen. Bornitrid-Scheiben ermöglichen die Bearbeitung von beispielsweise Kalt- und Warmarbeitsstahl, HSS-Stahl und bei gewissen Konditionen sogar Diamanten. Schleifscheiben mit Diamant-Körnungen selbst können vielfaches: feuerfeste Steine, Germanium, Graphit, Schneidkeramik, Silizium , Glas, Keramik, Gummi, Hartmetall, usw.
Faktoren bei der Auswahl
Als erstes sollte man sich vorab zur Anwendung schon Gedanken machen bevor man Schleifscheiben kauft. Wichtige Punkte sind hierbei was für ein Material bearbeitet werden soll, damit man entscheiden kann welche Körnung und welchen Härtegrad die Schleifscheibe haben sollte.
Generell gilt, für die schnelle Abtragung von viel Material zum Beispiel beim Entgraten, sollten harte Schleifscheiben verwendet werden. Weiche eignen sich im Gegenteil eher für den Feinschliff und auch Polierarbeiten.
Körnung, Härtegrad, Bindemittel und Porung
Der Härtegrad definiert/ordnet die Resistenz die die Bindung dem Ausbrechen der Schleifkörner entgegensetzt. Dies ist nicht zu verwechseln mit der Härte der Schleifkörner selbst.
Zwischen den Schleifkörnern und der Bindung helfen die Poren, die Späne abzutransportieren. Die Poren dienen auch als Schmiermittelkammern, welche Schäden durch Schleifbrand und somit ein unschönes Ergebnis vorbeugen.
Die Größe des Schleifkorns wird durch die Körnungsnummer angegeben. Der gegebenen Körnungsnummer kann die Abtrageleistung entnommen werden.
Hierbei gilt: Bei steigender Körnungsnummer, wird das Korn kleiner und feiner wodurch auch die Oberfläche des Werkstücks feiner bearbeitet wird.
Mit Ausnahme bei Diamant-Trennscheiben, bei welchen die größere Zahl für eine gröbere Körnung steht.
Dazu wird die Körnung nicht von jeder Firma gleich angegeben. Beispielsweise benutzt 3M 80+ anstelle von P80.
Verschiedene Bindemittel verleihen den Schleifscheiben verschiedene Eigenschaften. Sie fixieren die Schleifkörner mit einem Abstand zueinander und verändern das Schleifverhalten. Die Struktur bemisst welchen Abstand die individuellen Schleifkörner zueinander haben. Je größer die Zahl, desto höher ist der Abstand voneinander. Je kleiner die Zahl, desto geringer. Die Struktur ist bei engeren, kleineren Poren dichter.
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https://www.thommel.de/de/servicethommel/blog/schleifscheiben-ratgeber/
Arten von Schleifscheiben
Schleifscheiben unterscheiden sich nicht nur in Ihrer Beschaffenheit, Körnung, Bindung, Härte und Struktur sondern auch in ihrer Art. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich wiederum darin, wie effektiv man Material abträgt, wie fein das Material bearbeitet werden kann, mit welcher Geschwindigkeit gearbeitet werden kann, unter welchen Temperaturen du arbeitest, usw.
Wir haben dir die Eigenschaften der gängigsten Schleifscheiben der Metallbearbeitung zusammengefasst.
Schrupp-
scheiben
Anwendung
Entfernung von Kehlnähten, Schleifen von Schweißnähten, Ausfugen, Wurzelschleifen
Vorteile
hervorragende Standzeit, hoher Abtrag
Nachteile
unsauberes Finish, geringe Resistenz gegen Vibrationen
Fächerschleif-
scheiben
Anwendung
polieren, aufrauen,
marmorieren, mattinieren, satinieren
Vorteile
sehr sauberes Finish, feineres Schleifergebnis, vibrationsresistent, geringe Lärmbelastung
Nachteile
ungeeignet für hohen Materialabtrag, begrenzte Drehzahl
Fiberschleif-
scheiben
Anwendung
Bearbeitung von Blech, Entfernung von Anlauffarben, Ausarbeitung von Fehlstellen
Vorteile
exzellent für den Materialabtrag, hohe Drehzahlen möglich
Nachteile
geringere Standzeit
Diamantschleif-
scheiben
Anwendung
Materialabtrag, Profilschleifen, Bohrungsschleifen, Außenrund-
schleifen, Tief- und Flachschleifen
Vorteile
Überdurch-
schnittlich lange Standzeit, effizienter durch schnellere Bearbeitung, hohe thermische Resistenz
Nachteile
Stahlbearbeitung nicht möglich, preislich höher